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    Das aktuelle "Exponat im Fokus"

    Exponat_im_Fokus_Mai.pngIn diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ eine alte Kaffeemühle aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

    Die Kaffeemühle hat eine fast würfelförmige Grundform mit einem gewölbten Messingaufsatz und der Kurbel mit rundem Holzknauf. Ihre Gesamthöhe beträgt 19 cm, bei einer Seitenlänge des Korpus von 13 cm. Der Korpus ist aus Holz, weinrot bemalt und besitzt unten eine kleine Schublade.

    Die Seite auf der sich die Schublade herausziehen lässt ist über der Grundfarbe mit stilisierten Pflanzen- und Rankenornamenten verziert, ebenso die gegenüberliegende Seite. Die beiden Seitenwände zieren stilisierte Vogeldarstellungen. Die Verzierungen sind in Gelb, Grün, Schwarz und etwas hellerem Rot aufgetragen. Die Deckplatte weißt einen Riss auf. Die Kurbel lässt sich noch drehen, aber die Öffnung an dem gewölbten Messingaufsatz, wo man früher die Kaffeebohnen eingefüllt hat, lässt sich nicht mehr öffnen.

    Die Kaffeemühle diente dazu geröstete Kaffeebohnen zu Kaffeepulver zu zerkleinern und der Mahlgrad von Kaffee kann die Qualität beeinflussen. Die Ursprünge von Kaffeemühlen liegen in den Anfängen der Geschichte des Kaffeegenusses etwa im 9. Jahrhundert in Äthiopien. Etwa seit dieser Zeit wurden die ersten Geräte zum Mahlen von Kaffee verwendet. Im 15. Jahrhundert verbreitete sich die Verwendung von Kaffeemühlen im Osmanischen Reich und weiter bis Europa. Die ersten mechanischen Mühlen wurden in Frankreich im 17. Jahrhundert entwickelt. Handbetriebene Mühlen gibt es in Europa in unterschiedlichen Formen seit den Anfängen des 18. Jahrhunderts, wie Hand-, Tisch- oder Schoßmühlen. Unsere Kaffeemühle gehört zum Typ der Schoßmühlen. Wie der Name andeutet, wurden diese Mühlen für den Mahlvorgang zwischen den Beinen gehalten um mit den Armen genügend Kraft aufzubringen und zu verhindern, dass die Mühle beim Kurbeln wegrutscht. Die Bemalung mit Blumen und Vögeln lässt die Vermutung zu, dass es sich bei der vorliegenden Mühle um eine Brautmühle handeln könnte. Brautmühlen wurden jene Mühlen bezeichnet, die junge Frauen als Teil ihrer Mitgift bekamen und häufig mit fröhlichen und dem Anlass entsprechenden Motiven verziert wurden.

    Die Kaffeemühle entstammt einer Schenkung die Fabrikantenfamilie Salefski aus Guben betreffend und kam mit einem Konvolut weiterer Objekte derselben Schenkung 2023 in den Besitz des Museums.

    Wir zeigen die Kaffeemühle bis zum 11. Juni 2026 zu den regulären Öffnungszeiten im Stadt- und Industriemuseum Guben.

    Exponat_im_Fokus_Mai.png

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