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    Das aktuelle "Exponat im Fokus"

    Exponat_im_Fokus_Februar_2.pngIn diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ einen schmalen filigranen Parfümflakon aus Glas aus dem 19. Jahrhundert. Der Parfümflakon, 18 cm hoch und 4cm breit, zeichnet sich durch einen schmalen Hals und einem gerundeten Bauch aus, welcher sich zum Standfuß hin verjüngt.

    Das Gefäß besteht aus dünnem Glas. Die kleinen Unebenheiten und Asymmetrien in der Form und im Glasfluss deuten eher auf eine handwerkliche, mundgeblasene Anfertigung. Der Großteil des Gefäßkörpers erscheint in hellem Blau, nur ein mittiger Streifen, der auskragende Rand des Flakonhalses und der Stöpsel des Gefäßes zeigen bzw. bestehen aus transparentem Glas. Geschmückt wird der Flakon durch Goldbemalungen und eingeätzte Blattmotive. Die Art der Herstellung und die Gestaltung lassen eine Datierung auf das Ende des 19. Jahrhunderts zu.

    Glasflakon des 19. Jahrhunderts zeichneten sich durch hohe handwerkliche Kunstfertigkeiten aus und bestanden entweder aus mundgeblasenem oder geschliffenem Glas mit eingeätzten und/oder bemalten floralen Ziermotiven. Häufig schmückten auch Silber- oder Goldbe-malungen die als Luxus angesehenen Parfümfläschchen.

    Die Geschichte der Parfümflakons beginnt jedoch viel früher und zwar etwa zeitgleich mit der Parfümentwicklung in der Antike. Auch damals hatte die Gestaltung der Flakons mindestens den gleichen Aufwand in Anspruch genommen wie die Herstellung der Duftmixturen. Schon die alten Römer in der Antike bevorzugten für ihre Duftöle und Mixturen in Form geblasenes Glas in allen möglichen Farben. Auch von syrischen Glasmacher ist bekannt, dass sie bereits in den ersten zwei Jahrhunderten nach Christus Glasgefäße in Formen von u.a. Flakons bliesen. Die Begeisterung für schön geformte Gefäße zur Aufbewahrung von Duftessenzen hielt über den Verlauf der Geschichte an. Im 18. Jahrhundert wurden dann Flaschen in allen Formen und Größen hergestellt, von einfachen Formen und Motiven bis hin zu aus Glas gestalteten barocken Allegorien. Im auslaufenden 19. Jahrhundert wurden betörende Düfte in eleganten Flakons immer mehr zu einem Luxusgegenstand. Ungefähr in der Zeit um 1900 herum kam der Parfümeur François Coty auf den Gedanken für die Gestaltung eines Parfümflakons mit einem Designer zusammen zu arbeiten. Er suchte sich dafür den damals bekannten Jugendstilkünstler René Latique aus und erhob den Flakon zu einem Kunstobjekt. Seit dem Zeitpunkt ist es in der Parfümindustrie mehr und mehr zur Norm geworden die Gestaltung neuer Flakons besonders für Markenparfüme in die Hände fähiger Designer zu legen.

    Unser Exponat im Fokus ist im Gegensatz dazu ein Beispiel hervorragender und filigraner Handwerkskunst. Das Objekt befand sich lange Zeit im Familienbesitz einer Privatperson. Es ist nicht ganz klar, ob das eventuell schon seit der Zeit seiner Entstehung der Fall ist. Ein starker und anhaltender Duft, sowie ein paar letzte Tropfen an Parfüm sprechen dafür das der Flakon bis zu dem Zeitpunkt seiner Schenkung an das Museum noch dem eigentlichen Zweck seiner Herstellung gedient hat und nicht nur als ein reines Dekoobjekt gehandelt wurde.

    Wir zeigen den Glasflakon öffentlich bis zum 20. März 2026 im Stadt- und Industriemuseum zu den gewohnten Öffnungszeiten.

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