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    Das aktuelle "Exponat im Fokus"

    Exponat im Fokus Januar 1In diesem Monat präsentiert das Stadt- und Industriemuseum in der Reihe „Exponat im Fokus“ ein Ölgemälde von Felix Lücking aus dem Jahr 1909. Bei dem Gemälde handelt es sich um ein Selbstporträt des Künstlers vor einem Spiegel.

    Felix Lücking (1889–1945) war ein gebürtiger Berliner Künstler. Er wuchs in einer bildungs-bürgerlichen, künstlerisch - interessierten Familie auf.

    Auch von seinen Brüdern Alfred und Walter sind künstlerische Werke überliefert. Nach seinem Militärdienst im I. Weltkrieg widmete sich Felix Lücking wieder verstärkt der Kunst. In den 1920er und 1930er Jahren bildete die Stadt Guben, wo sein Bruder Alfred als Baurat seit 1925 lebte, einen wichtigen biografischen und künstlerischen Bezugspunkt. Er hielt sich hier regelmäßig auf, und insbesondere aus den 30er Jahren sind zahlreiche Ansichten der Stadt und ihrer Umgebung erhalten geblieben. Felix Lücking verstarb am 27. September 1945 in Guben, nur wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Lückings künstlerisches Werk besticht durch außergewöhnliche Vielfalt in Technik und Ausdruck. Er arbeitete mit Bleistift, Kohle, Pastell, Tinte, Aquarell, Druckgrafik und Öl. Seine Motive reichen von fein ausgearbeiteten Porträts über Tierdarstellungen und stimmungsvolle Landschaften bis hin zu urbanen Szenen. 

    Das Gemälde hat die Maße von 53,7 x 53,5 cm, wobei das Motiv den Maluntergrund an den zwei vertikalen Rändern nicht komplett ausfüllt. Dem dargestellten Ausschnitt nach handelt es sich um ein Brustbild, d. h. es wird neben dem Kopf auch ein Großteil des Oberkörpers, samt Schultern und Armabschnitten gezeigt. Der Maler hat sich vor einem Spiegel stehend porträtiert und scheint den Betrachter direkt anzusehen. Im Spiegel ist zusätzlich das Profil erkennbar. Felix Lücking hat sich in einem graubraunen Anzug mit Weste, weißem Hemd mit Krawatte und einem grauen Hut dargestellt. Eine eher neutrale und gedeckte Farbpalette. Auffällig ist, dass die Gesichtsfarbe des Spiegelbildes deutlich dunkler ist als die des Originals. Besonders das Ohr und das angedeutete Auge erscheinen fast in einem unnatürlichen Rotbraun.  Auf den Raum gibt die Spiegelung kaum Auskunft. Er wirkt wie eine dunkle Fläche, nur unterbrochen von den Lichtreflektionen zweier Fenster. Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Betrachters stärker auf die porträtierte Person, insbesondere auf das helle Gesicht und die Augen, gelenkt. Der Blick des Betrachters wird vom Blick des Künstlers gefesselt.    

    Seine Schwägerin Johanna Lücking übereignete das Porträt und etliche weitere Arbeiten von Felix Lücking und ihrem eigenen Mann Alfred Lücking Mitte der Fünziger Jahre dem Heimat-museum Guben.

    Wir zeigen das Bild nun erstmals öffentlich im Rahmen einer neuen Sonderausstellung mit weiteren Werken des Künstlers, ab dem 21. Januar 2026 im Stadt- und Industriemuseum zu den gewohnten Öffnungszeiten.

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